4. Mai 2010

TV

Television is a drug. from Beth Fulton on Vimeo.

3. Mai 2010

Future is now




Medien 1.0 und die neue Form von Inkomatibilität mit der Zukunft.

eine welt



Es lohnt sich früh aus dem Haus zu kommen - den eigenen Mief zu verlassen. Draußen drängt der Frühling sich in den Vordergrund. Ich danke Gott für fehlende Allergien. Die Ärmsten, für die der Frühling ein Graus ist. Wenn das Schöne, das Neue und Frische Assoziationen mit dem Bösen, Stressenden, Störenden, ja gar Bedrohlichen hat - merkwürdige Dissonanzen in der Welt. Als ob das jemand steuert: Geht nicht raus! Bleibt daheim. Konsumiert weiter all jene Güter, die euch krank gemacht haben, und noch viel kranker machen werden. Verbraucht Energie und um Himmels Willen trefft euch nicht mit Menschen - also im Wirklichen Leben 1.0, so ganz ohne Strom - trefft euch nicht auf einer Parkbank. Zum Austausch. Das wäre ja fast schon opositionell. Der Beginn von Kritik, sogar am System. Die darf aber nicht entstehen - also zurück in die Zelle der übereinander gestapelten Existenzen. Schön einreihen in den Prozess der allgemeinen Verdummung. Der Beginn einer neuen Unmündigkeit - die schlimmste - weil unbewusste! Noch schreien sie mal : "Mehr Bildung. Mehr Geld". Wollen aber gleichzeitig in fremdgesteuerten Kampangen die GEZ abschaffen um der Verbreitung der Blödheitstums neuen Nährboden zu bereiten?

Trademarkwar I

Logorama from Marc Altshuler - Human Music on Vimeo.

Mr. Brown und der Pöbel

Griechenland Krise


Verbildlicher: Joep Bertrams

kurzbündiges

Dich zu lieben wenn ich dich hasse (2009)

Alles übertönender, pulsierender Schmerz. Du hast Angst zu atmen, möchtest ihm keinen Nährboden bieten. (2009)

Man sucht in der Zigarette ein seltsames Seelenheil - bekommt es für dessen Länge und dann kehrt sich alles mit doppelter Kraft um. (2010)

Sich satt zu fühlen und den Bauch leer zu haben (2009)

Sich fürchten vor dem Mut der Anderen (2010)

Wenn die Leere plötzlich die Einsamkeit verdrängt (2010)

Das leere Wissen in Hülle und Fülle. Informationelle Eutrophierung. Die Information erstickt an sich selbst. Und geht dadruch verloren. (2010)

So müde das man nicht mehr schlafen kann (2009)

sie klatschen verachtend (2009)

so frei das er sich nicht bewegen kann. nicht weiß wohin. all die möglichkeiten zerren an ihm, in alle richtungen, das er erstarrt. (2010)

Gut schreiben können, heißt zeichnen können. (2010)

Sie saß allein. Wartete. Auf Ihn. Hoffungsvoll und ängstlich zugleich. Angst vor Enttäuschung, vor erneuter Verbitterung. Doch am Ende war keiner gekommen. Sie wartete. Die Traurigkeit wuchs - kein Ende. Tränen - kein Ende. Bis sie zerfloss. Verdunstete. Und wieder regnete. Ihm als Träne hinabfloss. Doch auch diese wischte er weg. (2010)

3. April 2010

nebengedankenkriegsschauplatz


„Wer weiß ob ich meine Rente noch bekomme!“ sagte neulich meine Ma´. Und ich rechnete und überlegte. Wenn bereits jetzt 2/3 des Staatshaushaltes für soziale zwecke ausgegeben werden – ein Großteil von diesen 2/3 sind davon wiederum für die Rente gedacht, dann denke ich das dies schon ein immenser Betrag, der jedoch, die Demographie – jeder weiß es, noch ansteigen werden wird. Das sind aber nur die Ausgaben. Wer denkt denn bitte an die Einnahmen!? Wenn der Staat immer mehr ausgeben muss, weil immer mehr in Rente gehen, weil immer mehr finanziell abhängig sind von staatlichen Subventionen, damit mein ich nicht die spätrömischen Dekadenzler, sondern auch die, die vom Abreiten nicht ausreichend leben können, die working poor…wo kommen dann noch Einnahmen rein, wenn immer weniger Fachkräfte – schon heute bestehet ein Mangel – vorhanden sind, und sich damit der letzte Standortvorteil Deutschlands verpufft. Wo bleiben die Steuereinnahmen der guten Gehälter die es mal gab, als Leute noch gute Beträge in die sozialen Kassen eingezahlt haben, und auch viel ausgegeben haben. Wo bleiben die Einnahmen, wenn Unternehmen auswandern, so wie die Schlauen unter uns, brain drain, company drain, und am Ende ist da nur noch ein Staat, der wie eine Bank alles verwaltet, was gar nicht da ist. Die Schuldenuhr schon mit einer Blende verdeckt, damit das Grauen nicht mehr jeden Tag offenbar ist. Das wäre das Ende, des Systems, des Staates und ein neuer Aufbruch in eine neue Zeit in der ganz schnell der soziale Darwinismus Einzug halten wird, eine Erfrischungskur für diesen übervölkerten Flecken Erde. und am Ende….ist alles wieder wie vorher, und dann ist da wieder ein Anfang und wieder ein ende und wieder ein Anfang und wieder ein Ende und wieder ein Anfang und wieder ein ende…

28. März 2010

Das kleine dicke Mädchen

Ihre Knöchel sind so dünn, ihre Oberschenkel so breit, Beine wie Trichter, jeder Statiker hätte bedenken, doch um das ganze noch zu übertreiben, trägt sie hohe Schuhe, die ihr gewiss scherzende Füße bereiten. Dennoch lächelt sie durch die Welt. Was bleibt ihr auch übrig, in einer Welt in der nur Top Models die Aufmerksamkeit bekommen, die doch jede Frau gern für sich hätte. In der Dicke eben nicht das Ideal sind, auch wenn sie in der Mehrheit sind, auch wenn sie dafür sorgen, das McDonalds und Burger King Milliarden Umsätze machen, Jobs entstehen lassen und selbst mit Ihren durch Überfettung verursachten Krankheiten das BIP steigen lassen. Dünne Menschen verringern unseren „Wohlstand“, zumindest wenn man jenes Wort mittels BIP Indikatoren beschreiben will. Dünne Menschen klauen Jobs, denn wären sie dick, brauchten sie mehr Stoff, mehr Nahrung und mehr Ärzte. Und das kleine dicke Mädchen lächelt immer noch, vielleicht weiß sie, dass sie sich nichts vor zu werfen hat.

25. Februar 2010

müßiggang ist aller laster anfang


Die Sonne bricht durch, die Wolkendekce verliert ihre Dichte, mehr und mehr, es wird heller, bunter, ein Mix aus Orange, Gelb und Blau, Vanilla Sky.
Ich blicke nach oben atme tief und genieße die Sanftheit der Natur, die Sichtbarkeit des Horizonts, was nicht selbstverständlich ist. Ich habe schon lange nicht mehr nach oben geschaut, es schlicht vergessen. Früher habe ich immer in den Himmel geschaut, mich alles gefragt, und alles ist irgendwie in dieser Stille beantwortet worden. Irgendwie. Heute? Heute stell ich mir pausenlos Fragen, bin nur am grübeln, erstelle Konzepte, suche Mataphern und schlicht nach Zeitfenstern in denen ich alles in meiner nicht vorhandenen Ordnung abarbeiten kann. Ich denke zuviel und vergesse mich selbst. Der Himmel gibt schon lange keine Antworten mehr. Wenn ich ihn frage, bleibt der Raum der Erkenntnis leer. Die Zeit drängt, alles nagt an mir, kann es nicht abschüttlen, nicht mehr verarbeiten, kaum noch schlafen. Die ewige Unruhe. Es wachsen kahle Stellen, wo einst sattes Haar war. Zeitmanagment ist eine immer währende Notlösung geworden. Regelmäßige Malzeiten zu einem Fremdwort verkommen. Man sucht wie Faust - immer mehr, immer weiter. Und wenn man sich dann doch besinnt, stehen bleibt, alles abschütteln kann, die Zeit vergisst und den Himmel genießt, weil der Moment zu schön ist, dann hat man die Wette mit dem Teufel verloren. "Augenblick, verweile doch" - Tut mir leid, keine Zeit und die Hölle ist mir zu warm, ich bin da eher der nordische Typ....

22. Februar 2010

Weniger Gestern, mehr Morgen!


Die erste Dekade dieses Jahrtausends ist vorbei - die nächste steht uns bevor. Mit Siebenmeilenstiefeln durch die Weltgeschichte, reitet die Menschheit auf dem Pfad des Forschritts und der Erkenntnis. Auf zu neuen Ufern! Neue Zeiten stehen an und doch sind es nur alte Parolen. Oft ist die imaginäre, die gedachte Zukunft schon viel weiter als die Realität. Lem´sche Visionen sind bis heute noch weit weg, wie der Mars, oder Siedlungen auf dem Mond. Aber auch hier auf der Erde, schleppt sich das Ungetüm, welches Zukunft heißt mit der Geschwindigkeit einer Schnecke voran – und weiß noch nicht einmal wohin.
Es scheint als fehlen die Ziele, große neue Bilder. Wo sind die Denker wenn man sie braucht. Sind sie vielleicht alle blockiert oder assimiliert von der Zeit und seinen Umständen. Ist es die Zeit, die blockiert – gemeinsam sind wir alle blöd?
Vor 100 Jahren waren wir auf den Weg in den Krieg, vor 200 Jahren waren die Zeiten ähnlich unfriedlich. Ist es nun ein echter Bruch in der Zeit, der stattfindet und sich auf die Menschheit überträgt? Wenn ja? Was kommt denn dann? Wo sind wir im Jahr 2020? Schon alle unsterblich? Die Medizin feiert und die Erde ächzt? Graue ungewisse Zukunft, schwer zu zeichnen wie der Flügelschlag des Kolibris.

29. Januar 2010

Das Problem von Zwangsehen ist stets, das die Liebe fehlt . Russlands und Europas Gegenwart und Zukunft im Bereich der Kooperation im Energiesektor.

Energie – Eine Einführung in das Thema

Energie hat das Potential eines der wichtigsten und entscheidendsten Themen dieses Jahrhunderts zu werden. Wenn das 20. Jahrhundert das Ölzeitalter war, dann wird sich das 21. Jahrhundert den Namen des Rohstoffs geben, welcher eben jenes ablösen wird. Ein Kandidat ist hierbei das Erdgas. Ebenfalls ein fossiler Energieträger hat es den schlichten Vorzug, dass im Vergleich noch mehr Reserven (nachgewiesene Mengen) und Ressourcen (vermutete Mengen) vorhanden sind, als es beim Öl der Fall ist. Kurz gesagt, das Öl ist schneller alle als das Gas. Und das macht Erdgas langfristig zu einem heißen Kandidaten für den Namen dieses Jahrhunderts.
In Zeiten steigenden Energiebedarfs – und es ist grundsätzlich fraglich, ob diese Entwicklung jemals rückwärtsgewandt sein wird – ist es daher von absoluter Bedeutung für die Energie- importierenden Staaten, sich diesen Rohstoff zu sichern.
Energiepolitik ist lang-fristigen Planungen unter-worfen (Energiestrategie). Diese Langfristigkeit, auch in Verträge über Förderung (Production Sharing Agreements) und den Transport (z.B. via Pipelines) eingebettet, schafft die Energiesicherheit, welche eine der primären Ziele von Energieimportierenden Staaten (zum Beispiel Ländern der Europäischen Union) ist. Um mögliche Abhängigkeiten zu vermeiden und sich seinen außen-politischen, wie auch außen-wirtschaftlichen Handlungsspielraum zu bewahren sollte ein Energieimportierender Staat seine Bezugsquellen und seine Energieträger diversifizieren. Alle Aspekte bedingen einander.

Die Metaebene

Die Europäische Union ist – trotz Finanz- und Wirtschaftskrise – immer noch eine der Hochburgen wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Diese Leistungsfähigkeit benötigt allerdings eine wichtige Grundlage – Energie. Ein leistungsfähiger Staat (und damit sind noch nicht ein-mal nur wirtschaftliche Aspekte gemeint) wäre ohne Elektrifizierung oder beheizbaren Wohn-raum undenkbar.
Die europäischen Länder haben den geologischen Nachteil, dass auf ihren Territorien nicht immer ausreichend Rohstoffe (Öl und Gas) vorhanden sind – Norwegen und Großbritannien seien hier genannte Ausnahmen. Das macht die EU in der Summe zu einer Gruppe von Energieimportierenden Ländern.
Die Russische Föderation hat jenen genannten geologischen Vorteil – und weiß ihn auch zu nutzen. An Platz eins liegend, was die Reserven von Erdgas und mittlerweile auch an Platz eins liegend, was die Produktion von Erdöl betrifft, sichert sich Russland einerseits sein wirtschaftliches Wachstum, andererseits auch horrende Profite .
Nun liegt eine Art Zweckehe auf der Hand: Russland hat, was Europa benötigt, nämlich Energie, und andersherum, hat Europa, was Russland benötigt, nämlich Geld, welches es für den Aufbau seiner Wirtschaft dringend benötigt.

Ein kleiner Anfang

Einer der wichtigsten Zeitpunkte in der Entwicklung der geopolitischen Energie-Thematik liegt im Zusammenbruch der SU. Auch wenn Russland einige seiner Satelliten in die Unabhängigkeit entließ, und damit auch einen nicht unwesentlichen Teil des Energie-Kuchens verlor, konnte es doch von einem Faktum profitieren: So wie damals viele Wege nach Rom führten, führten in der damaligen SU eben viele Wege Richtung Moskau – und mit Wegen sind hier Pipelines gemeint. Dies hat Russland lange bereits erwähnte Einnahmen gesichert, denn Gas, oder Öl wurden unter anderem billig von den neu gegründeten Staaten eingekauft, und profitabel in den Westen verkauft. Dennoch markiert dieser Zeitabschnitt auch eine neue Ära der eurasischen Energiepolitik, denn bereits abgeschriebene Felder in Azerbaijan wurden plötzlich durch westliches Know-How wieder förderbar und dadurch lukrativ. Es folgten die ersten Verträge , mit denen der Westen sich neben den obligatorischen Profiten, mittelfristig auch ein Stück an Unabhängigkeit von Russland sichern wollte. In den 90ern folgte Sanierung, Ausbau und Neubau zahlreicher Pipeline-Projekte. Zu nennen sind hier bedeutende Pipelines wie die BTC-Pipeline, welche Öl von Azerbaijan über Georgien in Richtung Türkei liefert.

Der neue Allround-Aspekt: Die Umwelt

Wir leben in einer Zeit, die auch immer bestimmt ist von einem bedeutenden Thema - dem Klima. Die EU setzt sich selbst mit dem Ziel die CO2-Emmissionen zu reduzieren unter Druck. Daraus folgt: Erdgas wird als „grüner“ Rohstoff erachtet, denn es verbrennt im Ver-gleich zu Erdöl um bis zu 30% CO2 ärmer. Die Strategie steht also fest: Erdgas wird zu einem Rohstoff absoluter Priorität für die Europäische Union.
Fehlen noch die Aspekte der Diversifizierung: Ein Sorgenkind-Thema ist die offensichtliche Abhängigkeit vom russischen Erdgas. 40% beziehen die Europäer von der Russischen Föderation .
Ein weiterer Aspekt: Die Energiesicherheit: Nicht nur das ein wesentlicher Teil der im-portierten Gasmengen aus Russland kommt, so werden eben jene Anteile zum überwiegenden Teil über das Territorium der Ukraine geleitet . Spätestens seit der Orangen Revolution und den Gas-Blokaden in den Jahren 2006 und 2009 sind eben jene Energielieferungen nicht mehr als Sicher zu erachten.
Was bedeutet dies für die europäische Strategie? Erstens, sollte der Ursprung des Rohstoffs weiter diversifiziert werden, weitere Exportländer sollten erschlossen werden. Zweitens sollte der Rohstoff Gas sollte nach Möglichkeit über direktem Wege in die EU eingespeist werden, unter Umgehung potentieller Drittländer (Transitländer).

Diversifizierung - oder nicht?

Die Zielregion der Europäischen Staaten ist Zentral Asien, rund um das Kaspische Meer. Mit Azerbaijan zum Beispiel wurden bereits Verträge abgeschlossen. Spätestens mit der Initiierung des im Jahr 2009 beschlossenen Nabucco Erdgaspipeline Projekts wird dieses Ziel deutlich. In Verdis gleichnamiger Oper geht es in erster Linie um Unabhängigkeit. Unabhängigkeit von Unterdrückung und Fremdherrschaft. Es ist ein fast schon provozierender Name, und der Name ist Programm. Nabucco soll eine Alternative für russisches Gas bieten und Russlands Dominanz auf dem Erdgassektor eindämmen.
Nur eines scheinen die Planer nicht bedacht zu haben: Die azerbaijanischen Ressourcen sind endlich, und die prognostizierten Transportkapazitäten via der noch zu bauenden Pipeline sind schwer mit den im Land vorhandenen Reserven zu realisieren – kurz um: sie sind es nicht!
Es gibt bereits Verträge mit Turkmenistan, dessen Reserven erheblich größer sind, dennoch bleibt die Frage, wie man jene Länder an die Nabucco Pipeline ankoppeln könnte. Im Süden grenzt das Kaspische Meer an den Iran, im Norden an Russland. Russland sollte umgangen werden, und so bliebe der Iran als künftiges Transit-, oder sogar Exportland. Wie realistisch das Pipeline-Projekt auf Dauer sein wird, hängt auch von dieser Frage ab.
Des Weiteren belastet ein ungelöster Konflikt die europäische Erschließung: Der Rechtsstatus des Kaspischen Meers: Es gibt bis dato noch keine transkaspische Pipeline, weil noch keine einheitlichen und vor allem verbindliche Regelungen für dieses Binnenmeer vorhanden sind. Auch hiervon hängt ein Gelingen des Projektes indirekt ab, sofern die Iran-Option nicht gezogen werden würde. Fraglich nur, ob unter dem Gesichtspunkt der Umgehung Russlands eine Einigung mit allen angrenzenden Staaten erzielt werden könnte.
Die gesamte Planung des Projekts – einsehbar auf der zugehörigen Homepage – scheint mindestens wagemutig und „zukunftsorientiert“. Mit den geschaffenen Realitäten (der gebauten Pipeline) könnte allerdings auch schnell der Pragmatismus siegen und kühne Ideen wie die Involvierung Irans wären dann gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Das wird jedoch die Zukunft zeigen.


Die Umwege der Konkurrenz.

Nabucco ist ein Projekt das kaum begonnen, schon äußerst fragil erscheint. Neben dem genannten Problem der Quellen kommt ein weiteres hinzu: Die Konkurrenz schläft nicht.
Das regionale Konkurrenzprojekt der Nabucco Pipeline ist die Southstream Pipeline. Auch wenn Angela Merkel sich für jegliche Importdiversifizierung ausgesprochen hat („…das ist gut für Europa…“), untergräbt diese Pipeline die Rentabilität und damit auch den möglichen Erfolg der europäischen Unabhängigkeitsleitung. Von Kasachstan über Russland via Schwarzes Meer soll die Pipeline in Bulgarien anlanden und Osteuropas Energiesicherheit funda-mentieren. Für Russland bietet besagte Pipeline die Möglichkeit, seine Kapazitäten, welche sonst über ukrainisches Territorium geleitet worden wären, umzuschichten um so weitere Streitigkeiten um bezahlte oder nicht bezahlte Gasrechnung nicht mit damit verbundenen Lieferungsstopps auch an die europäischen Kunden beantworten zu müssen.
Diese Lieferungseinschränkungen, gerade im Winter ein besonders wirkungsvolles Druckmittel, waren zuweilen zu echten Krisen ausgeartet, bei denen nicht nur die ukrainische, auch die russische Glaubwürdigkeit als Handelspartner auf dem Spiel stand. Dennoch muss man sehen, das Russland die deutlich besseren Argumente besitzt und allein der Fakt, das es sich leisten kann, den Gas-Hahn einfach zu zudrehen verdeutlicht, das die EU keine wirkliche Alternative zu haben scheint.
Eine weitere Umgehung des ukrainischen Transit-Monopols ist die momentan noch im Genehmigungsprozess befindliche Ostsee-Pipeline „Northstream“. Noch von Gerhard Schröder und seinem politischen Freund aus Moskau – Putin – beschlossen, umgeht die Gas-Leitung direkt alle osteuropäischen Länder und landet im westlichen Ostdeutschland an. Die geplanten Kapazitäten der Pipeline sind beachtlich .
Auch wenn es bezüglich Northstream einige Bedenken gibt, was die Umweltkompatibilität angeht, so ist es unwahrscheinlich, dass diese Pipeline nicht genehmigt wird .

Win-win? Pipelines verbinden!

Nun ist eines der Ziele – nämlich die Diversifizierung der Handelspartner – im bisher geschilderten Prozess nicht umgesetzt worden sind. Es liegt auf der Hand, dass es auch keine Alternativen gibt. Afrikanische Länder seien hier genannt, und wie schon erwähnt der Iran. Dennoch ist vor allem in Hinblick auf die Ressourcen und die Reserven in Russland, den zu erwartenden steigenden Energiebedarf in der Europäischen Union und dortigen Umweltanstrengungen, ein Zusammenkommen beider Parteien unausweichlich .
Man darf auch nicht der vor geopolitischen Themen nur so strotzenden amerikanischen Literatur verfallen, die eben jene Abhängigkeit immer wieder anmahnen. Und auch wenn in der 2009 verabschiedeten National Security Strategy der russischen Föderation, Energielieferungen als politisches Druckmittel genannt werden, so darf man nicht außer Acht lassen, das hier eine gegenseitige Abhängigkeit besteht.
Pipelines sind langfristige und verbindliche Projekte mit Milliarden Aufwendungen und eindeutigen Zielen, nämlich einer Lieferung vom Anfang bis zum Ende der Pipeline . Solange es noch Pipelines gibt, die Richtung Europa verlaufen, dann ist eigentlich nicht viel zu befürchten. Russland wird nicht irrational agieren und das alte Gesetz von Angebot und Nachfrage neu definieren. Russland braucht auch Europa. Seien es die genannten Profite , oder die ebenso notwendigen technischen Hilfen .
Alle 3 Gas-Pipelines Nabucco, Southstream, Northstream sind Ausdruck für eine erfolgreiche europäische Energiestrategie. Die angestrebte Diversifizierung ist zumindest durch die Diversifizierung der Transportwege eingeleitet worden. Die Energiesicherheit ist mit einem langfristigen Handelspartner , welcher in Besitz der größten Erdgasreserven ist, mehr als gewiss.

Grafik: Joep Bertrams

15. Dezember 2009

Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Grafik: TRIK
Tag 1: Eine Gruppe engagierter und klimabewusster überwiegend junger Menschen macht sich an einem Freitag auf den Weg um die Welt zu verändern – zumindest Teil der Veränderung zu sein, des großen weltweiten Prozesses, der gerade stattfindet. Es ist grau, Schauer und beginnende Kälte lassen nicht nur uns, sondern auch die am Seehafen auf uns wartenden Polizisten frieren. Dementsprechend freundlich sind ihre Gesichter. Sie nehmen Stichproben, kontrollieren teilweise das Gepäck, das bremst und wir schaffen gerade so die Fähre. Auch in Dänemark werden wir von der Polizei erwartet, doch die lächelnde Dame schaut nur halbherzig auf die Ausweise und wir können mit unseren 2 Bussen schon nach wenigen Minuten passieren.
Auf in den Kampf! Auf zur Aktion! Die ganze grüne Welt trifft sich. Und Kopenhagen ist sein Campingplatz. Internationales Klassentreffen. Doch keiner redet über alte Zeiten. Hier liegt der Unterschied: Man redet über das Morgen. Dies ist vielleicht der größte Wandel in unserer Zeit. Klima hin oder her – es ändert sich das denken! Die Masse Mensch begreift sich langsam selbst und ist dabei sich eine Richtung zu geben, zumindest die falschen Pfade zu verlassen. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Menschheit, das wir unserer Macht als Ganzes auch in Bezug auf den Planeten bewusst werden. Bei aller Skepsis, liegt hier schon der Fortschritt. Bei aller Langsamkeit im Prozess der notwendigen Veränderungen, darf diese Errungenschaft nicht außer Acht gelassen werden.
Nach bevor wir die dänische Hauptstadt erreichen kommen die ersten guten Nachrichten per SMS: DONG beendet sein Engagement in Lubmin – der ganze Bus klatscht.
In Kopenhagen besuchen meine Freundin und ich mit unserem Host eine Couchsurfing-Climate-Summit-Party mit Teilnehmern aus ca. 10 Nationen. Es gibt viele interessante Debatten, ich unterhalte mich lange mit einem Delegierten aus Island (leider ist eine nachträgliche Kontaktaufnahme, bezüglichen eines möglichen Kommentars gescheitert). Wir kommen spät zu Bett, schlafen spät ein, ich bin euphorisiert und beschwippst vom Øl (Bier) und vom Glauben ein eine bessere, realisierbare Welt…

Tag 2: Wir verpassen die „Welle“, verschlafen sie schlicht – eine der Hauptaktionen welche für dieses Wochenende geplant war. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen – verfrühstücken gegen halb 12 die Brötchen vom Vortag auf einem zentralen Platz. Ich beobachte die Menschen – offensichtlich viele Dahergereiste und vor allem: viel Polizei. Es ist furchtbar kalt, erste interne Zweifel – bin ich nun für oder gegen den Klimawandel - machen sich breit.
In der Mittagszeit sieht man Demonstrierende mit McDonalds Burger in der Hand, oder in großen Ausbeuterunternehmen shoppende – befremdlich.
Sogar der WWF kooperiert hier mit Coca Cola. Das bringt den Vorteil, das besagtes Getränk im besagten Infozelt - vor welchem ein wegen der Kälte nicht so recht schmelzen wollender Eisbär (aus Eis) steht - umsonst ist. Es gibt Vorträge, viel Infomaterial, und Wärme. Wir verweilen ein wenig und ziehen weiter in Richtung Rathausplatz, vor dem ein Tannenbaum steht, der mit der Energie von Fahrradfahrenden Freiwilligen beleuchtet wird. Es gibt wiederum Infostände und große Banner mit „Hopenhagen“. Dänemark gefällt sich als grünes Aushängeschild Europas (auch wenn dies auch kritisch zu sehen ist – aber das soll hier nicht das Thema sein). Mich nervt derweil der blöde Polizeihubschrauber, ein immerwährender summender Unterton, der fast jede Erinnerung an diese Tage begeleitet.
Wir finden per Zufall den Demonstrationszug, welcher am Abend die Straßen der Stadt in Lichtermeere verwandelt hatte – schöne Bilder. Wir folgen in einiger Entfernung. Beobachten hektisches treiben der Polizei, sehen viel Müll und hunderte Schilder mit Aufschriften wie: „There is no Planet B“. Es ist praktisch – Parolen müssen nicht selbst (aus)gedacht werden, sie werden schlicht übernommen. Sie brüllen „sustainability“ oder „conservation“ und hinterlassen Berge voller Abfall und 20 eingeschlagene Fenster an der alten denkmalgeschützten Börse. Wäre der Sonnenuntergang nicht so überwältigend schön gewesen, ich hätte mich herab gelassen mich über diesen Umstand negativ zu äußern.

Nachdem die Kälte unsere Motivation zu partizipieren eliminiert hatte, fuhren wir zu unserem Host, aßen Abendbrot und sind in langen Debatten mit Saara (einem weiteren Gast aus Finnland) versunken, in denen sich unter anderem offenbart hat was der Weihnachtsmann (in Lappland) in seiner Freizeit macht: Er studiert Sprachen (kann schon 10 fließend!). Ich liebe solche Insiderinformationen und kann mich nicht bremsen diese zu verbreiten.

Tag 3: Am Morgen besuchen wir Christiania. Am Vorabend hat es hier Ausschreitungen gegeben. Dennoch ist alles verschlafen, selbst Polizei ist nicht vor Ort. Es gibt ein Trauma-Center, für Demonstrationsopfer und viele Banner mit grünen Parolen.
Auf dem Weg zum Abfahrtsort kommen wir an denselben Straßen vorbei, die gestern noch postkriegerisch aussahen. Alles ist wieder sauber, lediglich in den Kanälen schwimmen noch ein paar Andenken. Die geborstenen Scheiben der Börse sind notdürftig geflickt.
Auf dem Rathausplatz sehen wir zufällig den vielleicht berühmten Musikexport Dänemakrs: Outlandisch. Auch sie appellieren an das Publikum, mahnen zur Verantwortung, gegenüber der Zukunft und der Welt als Ganzes. Und immer wieder „Hopenhagen, Hopenhagen…“.
Das Klimaforum09– sozusagen der Alternativgipfel zu COP15 – befindet sich in der Nähe unseres Abfahrtorts. Ein spontaner Besuch ist überraschender Weise ohne Einschränkungen möglich. Es ist verdammt voll, die Gänge, die Böden, allesamt belagert. Eine nicht enden wollende Informations- und Menschenflut umgibt diesen Ort. Ich bin schnell überfordert, sehe kein Ziel mehr und glaube schlicht, dass die Masse an Informationen verursacht, dass diese an sich selbst erstickt.
Als wir losfahren, wieder Richtung Heimat, steht der Horizont in Flammen, die vorbeirauschenden Nebenarme der Ostsee sind karibisch blau. Ein versöhnliches Ende, für ein enttäuschendes Wochenende. Ich bin so leer in jenem Moment – und dabei habe ich noch nicht einmal alles gegeben.
Grün ist ziemlich schick geworden. Und das ist das Problem. Als Leute begonnen haben sich punk zu kleiden, haben sie damit vielleicht auch Stück den Punk getötet. Als die Leute begannen Baggy-Pants zu tragen, ohne auch wirklich HipHop zu sein, haben sie vielleicht auch ein Stück den HipHop getötet. Was ich sagen will: Es sind zu viele Leute auf Zug und dadurch fährt er langsamer. Es fehlt an Identifikation, am Andersdenken und vor allem am Andershandeln. Wir sind doch nicht wirklich bereit etwas zu ändern, nicht bereit zu verzichten, denn das müssten wir, wenn wir die eh viel zu unpräzisen 2°C Ziele erreichen wollen.
Eine Woche später hat sich die Hoffnung der Welt zerschlagen. Nach mehr oder minder dramatischen Verhandlungen und abstursen Streits um X und Y, mussten die Macher sich eingestehen, dass sie wohl nichts machen können. Wie traurig das sich diese Wahrheit erst in solch wichtigen Momenten offenbart.
Ein kleines Plädoyer zum Schluss: Wer will das seine Kinder ein lebenswertes Leben führen können, muss gerade heute dafür sorge tragen. Und dazu gehört auch, nicht nur darauf zu hoffen, dass die Probleme von oben gelöst werden, während alles wie gewohnt seinen Gang geht. Mit der Fähigkeit sich veränderten Lebensumständen anzupassen ist die Spezies „Mensch“ zu einer dominierenden geworden. Das sollten wir nicht verlernen – wir sollten gleich damit beginnen!

1. September 2009

lost illusion


Das einzige was wir gemeinsam hatten war der Sand, in unseren Schuhen und zwischen unseren Zehen, der ebenso unbehaglich war, wie die Situation an sich!