18. Mai 2010

The dawn of a new era...

Anspannung. Überall. Im eigenen Köper. In den Straßen. In den Gesprächen der Menschen. Vor allem ein "finanzielles Desaster" wäre es, schreibt die OZ. Hansa Rostock in der 3. Liga - es fällt schwer sich das vorzustellen. Der letzte Ost-Klub, welcher jene Liga noch nie "erreicht" hat, hat nun die Pistole auf der Brust. 2 Tore müssen her. Und das bei der Torschwäche! "Es ist das wichtigste Spiel in der Vereinsgeschichte - mit der schlechtesten Mannschaft und den wenigsten Eiern", sagt ein Fan.
Es ist traurig, blickt man auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Es ist verdammt viel falsch gelaufen. Es fehlte ein Konzept, es fehlte oft auch an einem guten Managment. Das ewige Problem der Geldnot - man hätte ja auch nur unter Auflagen eine Lizenz für die 2. Liga bekommen. Die Fans in den berüchtigten Kurven schreien schon lange: "Vorstand raus". Der der sitzt beharrlich in den weichen Sesseln und probiert über Jahre die verschiedenen Steigerungsformen von flasch und schlecht aus.
Als das Spiel beginnt, beginnt auch die Dämmerung...

Es ist die letzte Schlacht. Voller Elan schreit das Stadion seine Mannen voran. Doch schon bald zerstört sich der Optimusmus. Doch es ist noch früh, noch bleibt stets die Zeit zu hoffen, und so hoffen sie, hoffen alle. Doch die Mannen stolpern nur über den Platz, ihnen schlottern die Knie. Der Trainer reagiert und nutzt das kopmlette Wechselkontigent. Nichts passiert. Und dann - nahe dem Ende: Der Todesstoß. Und es wird still im Station. Immer stiller. Keine Rufe mehr. Kein Gesang. Und dann ist Schluss. Schals fliegen von den Rängen. "Vorstand raus", die Enttauschung ist groß. Alle stehen da. Die Mannen, das Publikum. Keiner weiß was zu tun ist. Das Stadion leert sich erst 15 Minuten nach dem Ende. Die Mannen machen ihre letzte Runde. Es ist wie vor einem Gericht. Und die Strafe ist ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert. Und dann fällt der Vorhang dieses Dramas. Kein Happy End.

Hansa Rostock ist an einem kritischen Punkt seiner Geschichte angelangt. Der Held, der in den Liedern beschworen wird, ist ein Versager geworden. Die Identifikation fällt damit nicht leichter. Zuschauerschwund. Kaderschwund. Geldschwund. Das sind kommende Sorgen und bedeuten vor allem einen gescheiten Umgang mit der Situation. Es gilt wichtige Spieler zu halten. Sebastian und Walke! Letzterer wurde gegen Ende bei jedem Ballkontakt bejubelt, alles schrie nur noch seinen Namen: "Außer Walke, könnt ihr alle gehn". Im Interview nach dem Spiel sagt er immerhin: "Denkbar ist sicherlich noch alles."

Doll sagte mal: "Die Strukturen sind gut in Rostock". Bleibt zu hoffen, das sie genügen um einen Neuanfang erfolgreich zu gestalten. Denn das ist es. Ein Ende ist immer auch ein Anfang von etwas Neuem. Und vielleicht, nach 2 Jahren ungehörten Schreiens aus den Kurven, wird oben endlich mal entstaubt. Vielleicht ist das ja gar nicht das Ende, sondern ein merkwürdiger Begin einer Erfolgsgeschichte, die auf eigenem Nachwuschs aufbaut und von lokalem Patriotismus angpeitscht wird. Es wäre schön wenn es so käme.

1 Kommentar:

Admin hat gesagt…

Du sprichst mir aus der Seele.