
Die Sonne bricht durch, die Wolkendekce verliert ihre Dichte, mehr und mehr, es wird heller, bunter, ein Mix aus Orange, Gelb und Blau, Vanilla Sky.
Ich blicke nach oben atme tief und genieße die Sanftheit der Natur, die Sichtbarkeit des Horizonts, was nicht selbstverständlich ist. Ich habe schon lange nicht mehr nach oben geschaut, es schlicht vergessen. Früher habe ich immer in den Himmel geschaut, mich alles gefragt, und alles ist irgendwie in dieser Stille beantwortet worden. Irgendwie. Heute? Heute stell ich mir pausenlos Fragen, bin nur am grübeln, erstelle Konzepte, suche Mataphern und schlicht nach Zeitfenstern in denen ich alles in meiner nicht vorhandenen Ordnung abarbeiten kann. Ich denke zuviel und vergesse mich selbst. Der Himmel gibt schon lange keine Antworten mehr. Wenn ich ihn frage, bleibt der Raum der Erkenntnis leer. Die Zeit drängt, alles nagt an mir, kann es nicht abschüttlen, nicht mehr verarbeiten, kaum noch schlafen. Die ewige Unruhe. Es wachsen kahle Stellen, wo einst sattes Haar war. Zeitmanagment ist eine immer währende Notlösung geworden. Regelmäßige Malzeiten zu einem Fremdwort verkommen. Man sucht wie Faust - immer mehr, immer weiter. Und wenn man sich dann doch besinnt, stehen bleibt, alles abschütteln kann, die Zeit vergisst und den Himmel genießt, weil der Moment zu schön ist, dann hat man die Wette mit dem Teufel verloren. "Augenblick, verweile doch" - Tut mir leid, keine Zeit und die Hölle ist mir zu warm, ich bin da eher der nordische Typ....

