8. März 2009

das lachen und die gesellschaft...

Wie peinlich berührt war man noch damals, vor gar nicht allzu langer Zeit, als der gute alte Adolf von mehr oder minder schlechten (es waren seltener gute) Schauspielern durch den Kakao gezogen wurde. Ein lautes rückwärtsstöhnen, ein erschrockenes Gesicht - darf man das, darf man das lachen!?!? Heute kümmert es keinen mehr, das Lachen hat alles emanzipiert. Der Umgang mit diesem Teil der Geschichte ist ein anderer geworden. Plötzlich darf auch gelacht werden, das macht alles so viel einfacher. Alle Verklemmungen der Vergangenheit hat der Chiropraktiker des Humors meinen einem lauten "HA" entfernen können.
Wie sehr das Lachen hilft uns von zementierten Vorurteilen zu lösen sieht man auch in den USA. Als ein David Chapelle (gewiss nur einer von vielen) begann Witze über Afro-Amerikaner (er ist selbst einer) zu machen und ihre noch immer fragwürdige Stellung im System auf die Schippe zu nehmen, da hat sich vielleicht etwas gelöst, befreit. Das Denken. Das auch mal wieder AndersDenken. Plötzlich sind Vorurteile verschwunden, Barrieren wie Pusteblumen im Wind - und alles pustet, mit jedem Lachen. Und nun!? Barack Obama!? Wie hoch der Anteil des Humors ist, wird sich vielleicht nie ergründen lassen, vielleicht sollte man ihn auch eher als Indiz für sich wandelnde Zeiten nehmen.
Wenn ein Mario Barth selbst ganze Stadien mit Männer-Weiblein-Blödeleien zu füllen vermag, dann ändert sich vielleicht etwas im Männer-Frauen-Verhältnis!? Seit 2001 ist der gute Mann mit dieser Art von Humor in Deutschland unterwegs und ab 2005 regiert uns eine Frau.
Vielleicht sollten wir den Humor - bei all seinem Witz - viel ernster nehmen.

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